Nun war es also soweit. 2 Semester lang war ich ein wenig beschämt und dafür überaus bequem den heiligen Hallen der Universitätsbibliothek ferngeblieben, hatte mich ausschließlich in der virtuellen Recherchenwelt bewegt und dort durchaus wacker geschlagen.
Diesmal jedoch stellte mich die Übung vor die Tatsache, dass der Bußgang nicht mehr abzuwenden war. Bei der Information gestand ich sogleich meine Unzulänglichkeit und mangelnde Routine. Zu meiner zugegebenen Verwunderung stieß ich auf einen äußerst bemühten Mann mit bereits ergrautem Bart – die Aura der Weißheit hatte ihn offensichtlich bereits umhüllt – der mir den Weg zu meinen gewünschten Objekt bahnte und mich auf weitere mögliche Quellen verwies.
Als erstes nahm ich mir die Enzyklopädie der Neuzeit zur Brust. Vorab hatte ich bereits decouvriert, dass Band 5 das Schlagwort Industrialisierung barg. Ich las die Artikel, teils überblicksmäßig, teils vollständig, machte mir entsprechende Notizen über den Inhalt und vermerkte mir folgende potenzielle weiterführende Quellen:
R. Cameron: A new View of European Industrialization (1985)
U. Frevert: Arbeiterkrankheit und Arbeiterkrankenkassen im Industrialisierungsprozess Preußens in Conze/Engelhardt: Arbeiterexistenz im 19. Jahrhundert (1981)
H. Kiesewetter: Industrielle Revolution in Deutschland 1815-1914 (1989)
J. De Vries: The Industrial Revolution and the Industrious Revolution, in Journal of Economic History 54, 249-270(1994)
S. Pollard: Region und Industrialisierung (1980)
Danach konsultierte ich Helmut Rumplers Österreichische Geschichte 1804-1914: Eine Chance für Mitteleuropa. Ich verfuhr nach demselben Prinzip und notierte mir folgende Titel:
Bruckmüller: Sozialgeschichte
Gerschenkorn: An Economic Spark that failed (1997)
Matis: Technik und Industrialisierung im Vormärz
Good: Der wirtschaftliche Aufstieg
Slokor (?-Meine Handschrift ist tw. leider zum Fürchten): Industrie
Wie unschwer zu erkennen ist, waren die Notierungen des Autors leider etwas dürftig. Des Weiteren fand ich noch während der Lektüre des nächsten Werkes einen inhaltlichen Fehler, weshalb der wissenschaftliche Gehalt dieses Buches leider pauschal ein wenig anzuzweifeln ist.
Es folgte ein Klassiker: Zöllner – Geschichte Österreichs in der 7. Auflage (1984)
Der Inhalt für das gewählte Thema war zwar nicht unerschöpflich, jedoch erschienen folgende Werke beachtenswert:
Karl Pribram: Geschichte der österreichischen Gewerbepolitik von 1740-1798 (Leipzig 1907)
Johann Slokor (sic!): Gesichte der österreichischen Industrie und ihrer Förderung unter Kaiser Franz I. (Wien 1914)
Joseph Marx: Die wirtschaftliche Lage im deutschen Österreich vor Ausbruch der Revolution 1848, Vjschr f. Sozial- u. Wirtschaftsgeschichte, 31 (1938)
Gustav Otruba: Wirtschaftliche und soziale Lage im Vormärz, Österreich in Geschichte u. Literatur 11 (1967)
Roman Sandgruber: Die Anfänge der Konsumgesellschaft (1982)
Adolf Beer: Die österreichische Handelspolitik im 19. JH (Wien 1891)
Summa summarum:
Viel weiterführende Literatur mit dem Versuch einen ausgewogenen Blick auf das Themengebiet zu werfen. Das erste Referenzwerk ist leider ein wenig zu Deutschland-lastig, wobei es prinzipiell schwieriger sein wird, Literatur mit österreichischem Fokus zu finden. Prinzipiell bin ich mit der Ausbeute zufrieden.
Tempus fugit.