12/ 10.1 H-SOZ-U-KULT/H-NET

Habe unter ‚H-Net Discussion Networks’ keinen passenden Thread gefunden. Wenn es zum Thema passte, war es auf Amerika ausgelegt, und somit für Österreich nicht interessant.

H-SOZ-U-KULT
Regionssuche prinzipiell äußerst praktisch, da Österreich eine eigene Rubrik darstellt.
Die Ergebnisse sind jedoch eher bescheiden.

Eine passende Rezension wäre zum Buch
Arbeitsdisziplinierung und frühe Industrialisierung 1750-1820 (G. Pfeisinger), was das Thema zumindest streift, vorhanden.

Habe noch versucht ohne Begriff mit Region „Österreich“ und Epoche „1789-1914“ fündig zu werden, was jedoch auch keinen weiteren Erfolg nach sich zog.

Projekte/weiters: Fehlanzeige.

11 / 9.1 Google vs. Wissenschaftliche Datenbanken

Das Schöne an Google ist und bleibt die frappante Simplizität.
Man tippe „industrialisierung österreich“ ein und erhält binnen 0,10 Sekunden ca. 350.000 Ergebnisse. Das ist konkurrenzlos viel und wäre vor 20 Jahren so nicht denkbar gewesen.
Allein, Quantität bringt nicht zwangsläufig Qualität.
Zuerst ein link auf www.wien-vienna.at – das obligate Wikipedia nicht einmal on top, sondern nur auf Platz 2. Forum- und Schulpages bilden die Hauptausbeute der ersten Seiten und sind somit alles andere als brauchbar.
Nähere ich mich über den Terminus „Industrielle Revolution“ dem Thema an, werden die Ergebnisse bereits konkreter und dann und wann findet sich etwas Brauchbares, öfters Beiträge von Universitäten.
Google Scholar ist wohl das bestgeeignete Portal zur wissenschaftlichen Recherche.
So finde ich auch  z. B. schnell den für meine Arbeit verwendeten Artikel: Der soziale Metabolismus der Industrialisierung: Die Uberwindung der energetischen Schranken des agrarischen Wirtschaftens von Krausmann/Schandl und einige weitere durchaus brauchbar klingende Titel.
Praktisch ist zudem die fast immer, zumindest teilweise, vorhandene Webansicht der Bücher, wo man schnell einen ersten Eindruck gewinnt.

Für wissenschaftliche Publikation sind jedoch Datenbanken wie Historical Abstracts oder der Österreichische Historische Bibliographie unumgänglich. Besonders erstere ist durch die weiterführenden Verlinkungen und Umfang zur Quellenfindung als Historiker eigentlich unverzichtbar. Während Google vor allem Bücher als Suchergebnis bietet, gelten hier praktisch alle Ergebnisse bereits als wissenschaftliche, zumal deren viele in einschlägigen Fachzeitschriften erschienen sind, und sich somit, ganz State of the Art, hervorragend in jeder Bibliographie machen.
Wie bereits oben erwähnt, ist im Umkehrschluss einzig die wenigen Online-Ressourcen zu bekritteln. Da einem der Akt des physischen Wegs für ‚anständige’ Arbeiten ohnehin nicht erspart bleibt, ist dies eher vernachlässigbar.  Ohnedies bei einem Österreich bezogenem Thema ist die Verfügbarkeit in Bibliotheken grosso Modo gegeben.
Somit kann ich Seite für Seite durchblättern, durch die Abstracts gewinne ich schnell Klarheit ob der Relevanz und füge noch ein paar Ergebnisse im Vorlesungs-wiki hinzu.

Was bleibt, ist die Erkenntnis, die sich fast pauschal im Arbeiten mit dem Google- und Wikipedia-WWW konstatieren lässt: Die Verfügbarkeit von immensen Informationsmengen auf Knopfdruck sucht ihres gleichen. Will man jedoch tiefer in die Materie eintauchen, so wird man sich anderer Mittel bedienen müssen.

10 / 7.2. Wiki sucks?

Das Wikipedia-Bashing ist derzeit, zumindest auf der Uni Wien, aber allen Anschein nach auch in allen anderen Anstalten geistiger Bildung tertiärem Niveau en vogue.
Umso interessanter habe ich es gefunden, dass sich doch ein paar Wenige finden, die sich – mutig, mutig- nicht dem Diktat des “Pfui, Wikipedia” unterwerfen.
Wo sich alle einig sind:

Wikipedia als erster, schneller Überblick und als Referenzwerk für weiterführende Literatur: Perfekt.

Jedoch wäre da noch das Problem mit der Wissenschaftlichkeit der Artikel und die Schönfärberei nach politischem, ideologischem oder sonstigem Kalkül. Nun ja, dafür gibt es ja den Log, wer welche Änderung wann durchgeführt hat.
Ob das Ergebnis dann auch “wissenschaftlich” ist, sei natürlich dahingestellt. Auf jeden Fall wird der Prozess der Veränderung transparent gemacht, was einen wesentlichen Unterschied zu anderen Medien darstellt. Interessant finde ich die von Becher/Becher erwähnte Studie, wonach Wiki-Artikel qualitativ nur unwesentlich schlechter abschneiden als “wissenschaftlich fundierte” Werke.
Ich bin nicht der, der für Wikipedia pauschal eine Lanze bricht. Man wird sich jedoch fragen müssen, ob “unsere” ‘Wissenschaftlichkeit’ nicht unangebracht abgehoben ist, vor allem vor dem Hintergrund des Wandels der Begrifflichkeit – siehe Hahn, siehe Guttenberg, etc.
Mein Approach:
Erster Eindruck: Ja.
Referenz: Ja, auch.
Vollzitat in meiner Disziplin: Hände Weg – jedoch super Quelle für Diskursanalyse.
Zitat aus  fremder Disziplin zB der Biologie: Ja, wenn Qualität offensichtlich.
Habe beispielsweise in einer Arbeit die Coloquinte verwendet, welche jetzt ideologisch nicht gerade brandheiß umkämpft ist und wo die gebotenen Informationen absolut adäquat waren.

Coloquinte?
> Nachschauen!

9 / 7.1. – Historical Abstracts

Schlagwörter: pauperism / pauperism austria
-> 2 Artikel:
1. Pauperism Revisited in Australian Historical Studies; Jun2011, Vol. 42 Issue 2, p212-229, 18p. (O’Brien)

Im OBV den erwünschten Artikel nicht gefunden, da Ausgabe zu aktuell; Verfügbar nur 2002/2003
Jedoch: via Gesamter Text zum Downloaden: http://www.tandfonline.com/doi/pdf/10.1080/1031461X.2010.531746

2. Die Anfänge kollektiver Selbsthilfe beim Gewerbe und die erste gewerbliche Genossenschaft in Österreich in Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs; 1960, Vol. 13, p451-456, 6p.
Leider weder im OBV noch im EZB gefunden.

Ergebnis somit etwas dürftig, ist aber nicht sonderlich überraschend, da sich wohl wenige nicht-deutschsprachige Wissenschaftler mit dem Phänomen der Auswirkungen der Industrialiserung in Österreich auf Englisch befasst haben werden. Der 2. Artikel wäre vielversprechend gewesen, war jedoch nich zugänglich.


8 / 6.1 Datenbanken

Interessante Datenbanken

1. auf https://dbs.univie.ac.at/
Project MUSE klingt vielversprechend,
dazu unter “allgemein” Anno – Austrian Newspapers Online gefunden.

2. auf http://www.onb.ac.at/kataloge/externe_datenbanken.htm
arbeiter-zeitung.at – natürlich für das Thema unverzichtbar
Österreichische Historische Bibliographie – umfasst derzeit (Stand: Nov. 2010) rund 218.000 Publikationen zur Geschichte Österreichs (im Provenienzprinzip)
1848 – Flugschriften im Netz
Brockhaus Geschichte, Der – Klassiker
Archivportal Europa – evtl. für Globalperspektive
International Institute of Social History/Online Catalogue

… generell: Tolle Website, großes Potential für HistorikerInnen.

7 / 5.1/ KISS

Schlagwörter für die Recherche im Gesamtbestand des OBV
  • Industrielle Revolution (& Österreich bzw. Europa für Vergleich))
  • Industrialisierung (& Österreich bzw. Europa für Vergleich)
  • Soziale Frage
  • Proletariat
  • Österreich & 19. Jh.

Vor allem die ersten beiden Begriffe führten zu vielen Ergebnissen, die eigentlich zum Gutteil brauchbar und interessant wirken. Diese waren in diesem Kontext zugegebenermaßen weder sonderlich originell noch das Ergebnis schweren geistigen Prozesses. Aber auch für die Recherche dürfte sich ein Grundkonzept aus der Kommunikation bewähren:

KISS – Keep it short and simple

Das Schlagwort Proletariat stellte sich als zu unkonkret heraus und zudem weniger geschichtswissenschaftlich als anthropologisch für den Suchenden arbeitet.

6 / 4.1

Nun war es also soweit. 2 Semester lang war ich ein wenig beschämt und dafür überaus bequem den heiligen Hallen der Universitätsbibliothek ferngeblieben, hatte mich ausschließlich in der virtuellen Recherchenwelt bewegt und dort durchaus wacker geschlagen.

Diesmal jedoch stellte mich die  Übung vor die Tatsache, dass der Bußgang nicht mehr abzuwenden war. Bei der Information gestand ich sogleich meine Unzulänglichkeit und mangelnde Routine. Zu meiner zugegebenen Verwunderung stieß ich auf einen äußerst bemühten Mann mit bereits ergrautem Bart – die Aura der Weißheit hatte ihn offensichtlich bereits umhüllt – der mir den Weg zu meinen gewünschten Objekt bahnte und mich auf weitere mögliche Quellen verwies.

Als erstes nahm ich mir die Enzyklopädie der Neuzeit zur Brust. Vorab hatte ich bereits decouvriert, dass  Band 5 das Schlagwort Industrialisierung barg. Ich las die Artikel, teils überblicksmäßig, teils vollständig, machte mir entsprechende Notizen über den Inhalt und vermerkte mir folgende potenzielle weiterführende Quellen:

R. Cameron: A new View of European Industrialization (1985)
U. Frevert: Arbeiterkrankheit und Arbeiterkrankenkassen im Industrialisierungsprozess Preußens in Conze/Engelhardt: Arbeiterexistenz im 19. Jahrhundert (1981)
H. Kiesewetter: Industrielle Revolution in Deutschland 1815-1914 (1989)
J. De Vries: The Industrial Revolution and the Industrious Revolution, in Journal of Economic History 54, 249-270(1994)
S. Pollard: Region und Industrialisierung (1980)

Danach konsultierte ich Helmut Rumplers Österreichische Geschichte 1804-1914: Eine Chance für Mitteleuropa. Ich verfuhr nach demselben Prinzip und notierte mir folgende Titel:

Bruckmüller: Sozialgeschichte
Gerschenkorn: An Economic Spark that failed (1997)
Matis: Technik und Industrialisierung im Vormärz
Good: Der wirtschaftliche Aufstieg
Slokor (?-Meine Handschrift ist tw. leider zum Fürchten): Industrie

Wie unschwer zu erkennen ist, waren die Notierungen des Autors leider etwas dürftig. Des Weiteren fand ich noch während der Lektüre des nächsten Werkes einen inhaltlichen Fehler, weshalb der wissenschaftliche Gehalt dieses Buches leider pauschal ein wenig anzuzweifeln ist.

Es folgte ein Klassiker: Zöllner – Geschichte Österreichs in der 7. Auflage (1984)

Der Inhalt für das gewählte Thema war zwar nicht unerschöpflich, jedoch erschienen folgende Werke beachtenswert:

Karl Pribram: Geschichte der österreichischen Gewerbepolitik von 1740-1798 (Leipzig 1907)
Johann Slokor (sic!): Gesichte der österreichischen Industrie und ihrer Förderung unter Kaiser Franz I. (Wien 1914)
Joseph Marx: Die wirtschaftliche Lage im deutschen Österreich vor Ausbruch der Revolution 1848, Vjschr f. Sozial- u. Wirtschaftsgeschichte, 31 (1938)
Gustav Otruba: Wirtschaftliche und soziale Lage im Vormärz, Österreich in Geschichte u. Literatur 11 (1967)
Roman Sandgruber: Die Anfänge der Konsumgesellschaft (1982)
Adolf Beer: Die österreichische Handelspolitik im 19. JH (Wien 1891)

Summa summarum:
Viel weiterführende Literatur mit dem Versuch einen ausgewogenen Blick auf das Themengebiet zu werfen. Das erste Referenzwerk ist leider ein wenig zu Deutschland-lastig, wobei es prinzipiell schwieriger sein wird, Literatur mit österreichischem Fokus zu finden. Prinzipiell bin ich mit der Ausbeute zufrieden.

Tempus fugit.

5 / 3.2

Bei Infonet Austria leider kein Thema wie Industrialisierung gefunden.
Am Treffendsten (“Geschichte” ist zu allgemein)habe ich die Rubrik Gesellschaftsstruktur befunden, wo aus Wiener Sicht sicherlich das Österreichisches Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum ( http://www.wirtschaftsmuseum.at) in der Vogelsanggasse 36, 1050 Wien sehr interessant ist. Das Institut für Wirtschafts- u. Sozialgeschichte liegt wohl ohnehin nahe.

Auf Clio-online habe ich das Fritz-Hüser-Institut (http://fhi.dortmund.de/project/themen/bibliothek) in Dortmund entdeckt, welches sich u.a. mit
Arbeiterliteratur undArbeiterkultur seit 1848 befasst.
Weiters zu nennen ist die Friedrich-Ebert-Stiftung (www.fes.de) mit Schwerpunkt deutsche Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung.

Beide deutschen Institute können leider nur im periphären Bereich von Nutzen sein, da das gewählte Thema sich ausdrücklich auf das Staatsgebiet Österreich bzw. Österreich-Ungarn bezieht.

4 / 3.1

Kochrezept für grundsätzliche Überlegungen bei einer Recherche

Man/frau (alle weiteren ‘man’s bitte auch als frau zu verstehen) nehme ein Thema, zu welchem man (ja genau hier) Recherchen anstellen soll.
Es sei “Auswirkungen der Industrialisierung auf Österreich”,
welches sich anschickt, des Autors Arbeit und Referat in einer anderen VU zu sein.

Man halte den Kopf etwas nach links geneigt, um die geistigen Ressourcen auch zu fortgeschrittener Stunde nach einem harten Arbeitstag zu bündeln.
Es tauchen fragen auf, wie:
“Wieso habe ich dieses Thema zu meinem auserkoren – was interessiert mich daran?”;
“Welche Schwerpunkte will ich setzen, weiß ich bereits worauf ich hinaus will?”

Man beginnt sich durch die Wüsten und unendlichen Weiten des Internets langsam vorwärts zu quälen. Man hofft schnell die Fakten zu finden, welche benötigt werden. Allein: Diese sind nicht nur einen Click entfernt. Man gibt in diverse Suchmaschinen Stichwörter ein, die variiert werden, um sich möglichst genau dem gewünschten Thema anzunähern. Man hofft, schließlich aber doch alle Fakten im WWW zu finden, um sich den lästigen, altmodischen Weg in die Bibliothek zu sparen und sich des “STRG+F”s bedienen zu können. Vielleicht hat man Glück und der Bequemlichkeit wird genüge getan. Gut – dann hat man die Fakten.

Doch nun, nun wird es erst wirklich spannend. Fakten zusammentragen kann so gut wie jeder. Allerdings: Erst die Message dahinter und die daraus gezogenen Schlüsse belebt jene. Das heißt: Entweder man vertiefe sich unendlich in das Thema, bringe den Kopf zum Rauchen und adelt sich selbst zum analytischen Großthema, oder halt: Stichwort Sekundärliteratur. Blöd, dass diese auf den Gratisplattformen nicht als Digitalisat zur Verfügung steht. Ergo doch der Weg in die Bücherei.

Letzter Ausweg: Geschwind auf amazon.de und dort das Buch kaufen und liefern lassen – der Kuppitsch ist ja viel zu weit weg und bei den Temperaturen…
Wartezeit 3 Wochen? Egal.

Ganz schön anstrengend, diese Schnittstellen zur analogen Welt.

3)

Ich habe mich bis zu dieser VU wissenschiftlich mit Weblogs eigentlich noch gar nicht befasst bzw. wurde auch nicht auf deren Existenz aufmerksam gemacht.

Ich denke mir aber, dass gerade beginnende ForscherInnen in diesem Medium eine Plattform finden können, die ihnen gratis zur Verfügung steht und für jeden Interessierten sofort zugänglich ist. Man kann also auf sich aufmerksam machen, bevor man sich im erlauchten Kreise der Publizenten in einschlägigen Fachzeitschriften wiederfindet.

Auf sich aufmerksam machen also – Reputation bekommen- evtl. junges Publikum ansprechen – mit der Zeit gehen – Feedback erhalten

Für WissenschaftlerInnen gerade im naturwissenschatlichen Bereich sähe ich das adäquateste Einsatzgebiet. Versuchsreihen quasi in Echtzeit mit dem gespannten Publikum teilen – gegebenfalls Feedback einfordern und erhalten, sich mit KollegInnen auszutauschen. Die Aktualität die durch das Digitale gegeben sucht im Vergleich zu früheren Medien natürlich ihresgleichen. Wenn auch Aktualität dann nicht mit entsprechender Qualität verwechselt werden darf.

Man darf generell gespannt sein, ob sich à la lonque Web 2.0., Blogs, Online-News etc. durchsetzen und physische Medien verdrängen oder gänzlich ablösen werden. Das haptische Erlebnis, über dies auch bereits in der Vorlesung gesprochen, ein gutes Buch oder die Zeitung zu lesen und es dabei in den Händen zu halten, dieses Ritual ist aus der Gesellschaft nicht so schnell wegzudenken.